Letzte Aktualisierung am Februar 17, 2026 by Christian Heide

Die Magere Brücke, auf Niederländisch „Magere Brug“, zählt zu den charmantesten Wahrzeichen Amsterdams. Sie überspannt die Amstel in unmittelbarer Nähe des Opernhauses Stopera und verbindet die Kerkstraat mit der Nieuwe Kerkstraat. Besonders eindrucksvoll erlebst Du sie vom Wasser aus: Wenn Du mit dem Boot aus der Prinsengracht kommst, unter der Brücke hindurchgleitest und anschließend in die Keizersgracht abbiegst, eröffnet sich ein herrlicher Blick auf dieses filigrane Bauwerk.

Rund um die Magere Brücke ranken sich zahlreiche Geschichten, die zu ihrem romantischen Ruf beigetragen haben. Eine der bekanntesten besagt, dass Paare, die sich beim gemeinsamen Durchfahren oder Unterqueren innig küssen, ein Leben lang verliebt bleiben. Vor allem am Abend, wenn sich die Lichter im Wasser spiegeln, wird diese Vorstellung für viele Besucher greifbar.

Geschichtliche Einordnung der Mageren Brücke

Bereits 1691 entstand an dieser Stelle die erste Verbindung über den Fluss, die sogenannte Kerkstraatbrücke mit dreizehn Bögen. Weil sie außergewöhnlich schmal war, nannten die Amsterdamer sie bald „magere“, also magere oder dünne Brücke. Einer weiteren Überlieferung zufolge ließen zwei Schwestern die Brücke errichten, da sie auf gegenüberliegenden Ufern wohnten und sich täglich sehen wollten. Ihr Budget soll jedoch nur für eine schmale Konstruktion gereicht haben. Historische Quellen deuten allerdings darauf hin, dass ursprünglich eine repräsentative Steinbrücke geplant war. Die wirtschaftlich schwierigen Zeiten im 17. Jahrhundert verhinderten jedoch dieses Vorhaben, sodass man sich für eine kleinere Lösung entschied.

Im 19. Jahrhundert verschlechterte sich der Zustand der Brücke zunehmend, bis sie 1871 abgerissen werden musste. Als Ersatz entstand eine steinerne Version, die dem alten Vorbild ähnelte, jedoch mit neun Bögen etwas großzügiger ausfiel. Die heutige Gestalt geht auf das Jahr 1934 zurück. Der Entwurf stammt von dem Architekten Pieter Kramer, der eine elegante Klappbrücke mit einem weiß gestrichenen hölzernen Mittelteil schuf. Diese Kombination aus Funktionalität und Ästhetik prägt ihr Aussehen bis heute.

Wissenswertes zur Mageren Brücke

  • Wusstest Du außerdem, dass die Brücke als Klappbrücke konstruiert ist und sich für Boote öffnen lässt? Gegengewichte sorgen dafür, dass dies mit vergleichsweise geringem Kraftaufwand möglich ist.
  • Eine Filmszene aus einem James-Bond-Film der frühen 1970er-Jahre wurde in ihrer Nähe gedreht und machte die Umgebung international bekannt.
  • Rund 1200 Glühbirnen tauchen die Brücke jeden Abend in warmes Licht und schaffen eine beinahe märchenhafte Atmosphäre.
  • Seit 2003 ist sie ausschließlich für Fußgänger und Radfahrer freigegeben, was das Erlebnis ruhiger und sicherer macht. Früher wurde sie von Hand geöffnet, heute funktioniert dies automatisch.

Darüber hinaus ist die Magere Brücke ein beliebter Treffpunkt für Einheimische: Straßenmusiker spielen hier, Fotografen warten auf den perfekten Moment, und Spaziergänger genießen den Blick auf die vorbeiziehenden Boote. Im Frühling rahmen blühende Bäume die Amstel, im Winter liegt manchmal Nebel über dem Wasser, was der Szenerie eine geheimnisvolle Stimmung verleiht. So verbindet die Magere Brücke nicht nur zwei Ufer, sondern auch Geschichte, Romantik und das alltägliche Leben Amsterdams.

Aktivitäten in Amsterdam

  1. Wenn Du die Magere Brücke sehen möchtest, kannst Du eine Grachtenrundfahrt buchen oder das Hop-on-Hop-off-Boot in Amsterdam benutzen.
  2. Entkomme den Menschenmassen und erkunde ruhige Orte in einem historischen Viertel. Sieh Amsterdam mit den Augen eines Einheimischen! Während der deutschen Stadtführung von The Amsterdam Feeling „Entdecke verborgene Gassen“ lernst Du viele weitere Legenden und Geschichten zu Amsterdam kennen.
  3. Mache einen langen Spaziergang entlang des Flusses Amstel und bewundere die Magere Brücke. Es gibt zahlreiche Restaurants mit Sonnenterrassen entlang des Ufers.